Wie gehen wir mit Ausländern um?

Ganz unabhängig davon, wie wir Menschen aus anderen Ländern gegenüber eingestellt sind, wir haben Bilder von Ihnen? Wie sind sie, wie sollen sie sein? Was machen sie, was sollen / dürfen sie machen?

Folgenden Ausschnitt aus dem TagiMagi (Das Magazin) vom 11.08.18 möchten wir euch dazu auf die Augen legen. Er ist unter dem Titel „Secondo, bei Fuss“ erschienen und versteht sich als Nachtrag zur Doppeladler-Diskussion:

In der Schweiz leben viele unterschiedlich geartete Ausländerinnen, Secondos, Eingewanderte und Eingebürgerte – ein Umstand, der einer erstaunlich grossen Zahl Einheimischer Mühe bereitet, wie der Doppeladler-Sommer zeigt. Es leben hier: Tüchtige, Faule, Erfolgreiche, Unfähige, Liebenswerte, Unangenehme, Fortschrittliche, Rückständige, Friedfertige, Gewalttätige, Egoistische, Hilfsbereite, Fromme, Unreligiöse, Apolitische, Weltläufige, Provinzielle, die Schweiz Schätzende, die Schweiz Liebende, die Schweiz Verachtende, Verschweizerte, Angeschweizerte, Verschweizerungsresistente.
Mit der Globalisierung und der durch sie beschleunigten Einwanderung wächst eben nicht nur die gesellschaftliche «Vielfalt» (ein schönes, ein romantisches Wort), sondern es wachsen auch die Divergenzen. Und damit auch die Zahl der Menschen mit doppelten oder dreifachen oder anderthalbfachen oder gar keinen, jedenfalls zunehmend komplexen Identitäten und Loyalitäten. Das macht das Zusammenleben herausfordernd, manchmal kompliziert, beinhaltet ein ständiges Aushandeln von Kompromissen, ein dynamisches Hin und Her zwischen Konzessionen und Grenzsetzungen. Und es bedeutet, dass es zunehmend nur vorläufige Antworten geben kann auf die Frage, wer «wir» sind und was die Schweiz ausmacht. Das Paradox lautet: Soll die Idee der Schweiz bewahrt werden, dann muss das Land bereit sein, sich zu wandeln, sich mit der Welt, in der wir leben, abzufinden.
Wenn das vergleichsweise gut funktionierende Zusammenleben im Land weiterhin gelingen soll, müssen sich die Einheimischen zuerst von unterkomplexen Feind- und Idealbildern des Fremden verabschieden. Verteufeln und umerziehen, verklären und schonen – das ist zu wenig. Jene, die schon hier waren und manchmal glauben, sie seien schon immer hier gewesen, müssen lernen, die anderen, die neu dazu gekommen sind und noch dazukommen werden, so zu sehen, wie sie sind. Und nicht so, wie man sie sich
gekommen sind und noch dazukommen werden wünscht.

BRUNO ZIAUDDIN, stellvertretender Chefredaktor des Magazins
Ganzer Artikel hier

Ein Gedanke zu „Wie gehen wir mit Ausländern um?“

  1. Danke Roger, es sind wichtige Überlegungen zu den Mitmenschen. Zur Toleranz und Verständnis es braucht viel Denken, Zeit sich zum Informieren und das Weglassen des sofortigen Urteils. Es braucht kontinuierliche Diskussion zwischen den „Einheimischen“ und den „Neulingen“. Es braucht sehr viel Auseinandersetzung auf beiden Seiten bis wir von „WIR“ und die „ANDEREN“ zu einer mehrheitlichen „WIR“ kommen. Sich informieren, sich offen zu halten, diskutieren, Fragen stellen, zuhören…

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