Unser aktueller Umweltminister hat neue AKWs wieder ins Gespräch gebracht (okay, er hatte Unterstützung). Doch deren Planung ist Energieverschwendung, da sie den Ausbau erneuerbarer Energien verzögert. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren, da nur sie eine sichere, klimafreundliche und nachhaltige Stromproduktion ermöglichen. Neue AKWs verhindern den notwendigen Ausbau dieser Energien. Stört euch das auch? Dann haben wir hier einige Argumente, um andere von der Notwendigkeit einer vollständigen Umstellung auf Erneuerbare zu überzeugen.
1.: Das Volk hat entschieden
2017 stimmte die Bevölkerung mit 58,2% für das Verbot neuer Atomkraftwerke. Wenn Bundesrat Rösti dieses Verbot durch einen Gegenvorschlag zur „Blackout-Initiative“ aufheben will, handelt es sich um einen Versuch, den Volksentscheid zu umgehen.
2.: AKWs sind unwirtschaftlich
Studien zeigen, dass AKWs nicht wirtschaftlich sind. Alpiq und Axpo wollen keine neuen AKWs bauen, da die Kosten zu hoch sind. Auch die Schweizer Energiestiftung schätzt den Bau eines AKWs auf rund 10 Milliarden Franken, wobei aktuelle Projekte in Europa mit enormen Kostenüberschreitungen kämpfen.
Die Reaktoren Beznau I und II werden abgestellt, hier die zugrundeliegende Mängelliste
3.: Risiken
Das Risiko eines nuklearen Unfalls wird in den Kosten von Atomstrom nicht berücksichtigt. Bei einem Unfall, wie in Tschernobyl oder Fukushima, wären die finanziellen und gesundheitlichen Folgen katastrophal. Der Bund schätzt den potenziellen Schaden auf bis zu 8 Billionen Franken.
4.: Atomstrom ist nicht nachhaltig
Atomstrom ist nicht klimaneutral, da Uranförderung und -verarbeitung CO2-Emissionen verursachen. Zudem ist die Endlagerung von radioaktivem Abfall weltweit ungelöst.
5.: Es werden keine Probleme gelöst
Der Bau eines neuen AKWs würde mehrere Volksabstimmungen erfordern und frühestens 2040 beginnen – zu spät, um die Winterstromlücke zu schließen. Zudem ist die Kombination von AKWs mit Wind- und Solarstrom problematisch, da AKWs nicht einfach zurückgefahren werden können.
6.: Die Schweiz kommt ohne Atomstrom durch den Winter
Mit einem Zubau an Solar- und Windenergie und effektiven Speicherlösungen könnte die Schweiz auch im Winter auf Atomstrom verzichten. Statt in unsichere AKWs zu investieren, sollten Gelder in Netzadaptierungen und Speichertechnologien fließen.
7.: Kommen neue AKW-Technologien?
Zukünftige Technologien könnten einige der aktuellen Probleme lösen, aber wir sollten den Ausbau erneuerbarer Energien nicht auf zukünftige Entwicklungen warten, sondern die Lösungen von heute nutzen.
8.: Atomkraft beisst sich mit den neuen Erneuerbaren
AKWs sind keine geeignete Ergänzung zu erneuerbaren Energien, da sie nicht flexibel genug sind, um mit Schwankungen im Stromverbrauch umzugehen.
9.: Stromnetzausbau ist verhältnismässig
Ein modernes Stromnetz ist nötig, um dezentral erzeugten Strom zu übertragen. Die Kosten sind vergleichbar mit denen eines zentralen Systems.
10.: AKWs kämen zu spät
Bis ein neues Kernkraftwerkprojekt in der Schweiz gestartet werden kann, sind voraussichtlich drei Volksabstimmungen und mehrere Bewilligungsverfahren erforderlich. Ein Baustart vor 2040 gilt als unwahrscheinlich. Nur schon rein zeitlich lösen neue AKWs unsere Probleme somit nicht.
Weitere Argumente gegen AKWs
- AKWs sind Klumpenrisiken und potenzielle Ziele für Terroristen.
- Sie benötigen große Mengen Wasser und können Umweltprobleme verursachen.
- Uranvorräte sind begrenzt und führen zu politischen Spannungen.