Gebana – wo nicht nur das Produkt, sondern auch der Prozess fair ist

In der Kürze liegt die Würze: Gebana, die Organisation mit der nachhaltigsten Marke der Schweiz, kommt uns schon länger auf den Tisch.

Aktuell geniessen wir Schweizer Bio-Gemüse aus Überschussproduktion (von Gebana Überflusskiste genannt) sowie italienische Bio-Pasta mit Gelinggarantie 😉

Dass dieses Unternehmen nicht nur Fairness und Gleichbehandlung, sondern auch schonungslose Offenheit (vor)lebt, zeigt ihr neuester Jahresbericht, welchen wir kürzlich als Printversion erhalten und bestaunen durften. Noch nicht online, aber sicher bald auch hier einsehbar.

Eine absolute Empfehlung also. En Guete!

Was ich schon immer haben wollte: klare Argumente in der „neuen“ Atomdebatte

Unser aktueller Umweltminister hat neue AKWs wieder ins Gespräch gebracht (okay, er hatte Unterstützung). Doch deren Planung ist Energieverschwendung, da sie den Ausbau erneuerbarer Energien verzögert. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren, da nur sie eine sichere, klimafreundliche und nachhaltige Stromproduktion ermöglichen. Neue AKWs verhindern den notwendigen Ausbau dieser Energien. Stört euch das auch? Dann haben wir hier einige Argumente, um andere von der Notwendigkeit einer vollständigen Umstellung auf Erneuerbare zu überzeugen.

1.: Das Volk hat entschieden
2017 stimmte die Bevölkerung mit 58,2% für das Verbot neuer Atomkraftwerke. Wenn Bundesrat Rösti dieses Verbot durch einen Gegenvorschlag zur „Blackout-Initiative“ aufheben will, handelt es sich um einen Versuch, den Volksentscheid zu umgehen.

2.: AKWs sind unwirtschaftlich
Studien zeigen, dass AKWs nicht wirtschaftlich sind. Alpiq und Axpo wollen keine neuen AKWs bauen, da die Kosten zu hoch sind. Auch die Schweizer Energiestiftung schätzt den Bau eines AKWs auf rund 10 Milliarden Franken, wobei aktuelle Projekte in Europa mit enormen Kostenüberschreitungen kämpfen.

Die Reaktoren Beznau I und II werden abgestellt, hier die zugrundeliegende Mängelliste

3.: Risiken
Das Risiko eines nuklearen Unfalls wird in den Kosten von Atomstrom nicht berücksichtigt. Bei einem Unfall, wie in Tschernobyl oder Fukushima, wären die finanziellen und gesundheitlichen Folgen katastrophal. Der Bund schätzt den potenziellen Schaden auf bis zu 8 Billionen Franken.

4.: Atomstrom ist nicht nachhaltig
Atomstrom ist nicht klimaneutral, da Uranförderung und -verarbeitung CO2-Emissionen verursachen. Zudem ist die Endlagerung von radioaktivem Abfall weltweit ungelöst.

5.: Es werden keine Probleme gelöst
Der Bau eines neuen AKWs würde mehrere Volksabstimmungen erfordern und frühestens 2040 beginnen – zu spät, um die Winterstromlücke zu schließen. Zudem ist die Kombination von AKWs mit Wind- und Solarstrom problematisch, da AKWs nicht einfach zurückgefahren werden können.

6.: Die Schweiz kommt ohne Atomstrom durch den Winter
Mit einem Zubau an Solar- und Windenergie und effektiven Speicherlösungen könnte die Schweiz auch im Winter auf Atomstrom verzichten. Statt in unsichere AKWs zu investieren, sollten Gelder in Netzadaptierungen und Speichertechnologien fließen.

7.: Kommen neue AKW-Technologien?
Zukünftige Technologien könnten einige der aktuellen Probleme lösen, aber wir sollten den Ausbau erneuerbarer Energien nicht auf zukünftige Entwicklungen warten, sondern die Lösungen von heute nutzen.

8.: Atomkraft beisst sich mit den neuen Erneuerbaren
AKWs sind keine geeignete Ergänzung zu erneuerbaren Energien, da sie nicht flexibel genug sind, um mit Schwankungen im Stromverbrauch umzugehen.

9.: Stromnetzausbau ist verhältnismässig
Ein modernes Stromnetz ist nötig, um dezentral erzeugten Strom zu übertragen. Die Kosten sind vergleichbar mit denen eines zentralen Systems.

10.: AKWs kämen zu spät
Bis ein neues Kernkraftwerkprojekt in der Schweiz gestartet werden kann, sind voraussichtlich drei Volksabstimmungen und mehrere Bewilligungsverfahren erforderlich. Ein Baustart vor 2040 gilt als unwahrscheinlich. Nur schon rein zeitlich lösen neue AKWs unsere Probleme somit nicht.

Weitere Argumente gegen AKWs

  • AKWs sind Klumpenrisiken und potenzielle Ziele für Terroristen.
  • Sie benötigen große Mengen Wasser und können Umweltprobleme verursachen.
  • Uranvorräte sind begrenzt und führen zu politischen Spannungen.

Films for future

Paneldiskussion nach Präsentation des Films „The Battle of Laikipia“ am 25.11.2025

Noch bis 30. November 2024 findet das films for future festival in Zürich statt. Einige Mitglieder unseres Clubs haben am 25. November gemeinsam die Filmvorführung „The Battle of Laikipia“ angeschaut und nach diesem eindrücklichen Film auch das darauffolgende Panel mit Marie-Luise Matthys (Biovision) und Asebe Ragassa Debelo (Universität Zürich) gespannt verfolgt.

Spoiler: Nach dem Film fällt es einem nicht mehr so leicht, in dieser Situation die „Bösen“ zu ermitteln und einfache Lösungen zu propagieren.

Fazit: Absolut sehenswert!

Empfehlung: Bis zum 30. November noch einen Film anschauen gehen. Es werden noch zwölf Stück gezeigt (Programm hier).

Kipp-Punkte: Wenn’s schlichtweg zu spät ist

Zu den unten erläuterten Kipp-Punkten drängt sich uns folgende Analogie auf:

Wir alle steigen in eine Achterbahn und fahren los. Immer schneller, immer schneller. Einige machen sich Gedanken über die nächste Kurve, über die fehlenden Sicherheitsgurte oder die verdächtigen Geräusche der tragenden Konstruktion. Andere nicht. Und wir rasen weiter.

Im Krankenhaus dann die Fragen: wer hätte was machen können / sollen / müssen? Wieso haben wir alle zusammen nichts gemacht, als wir’s noch konnten?

https://yt.artemislena.eu/watch?v=B0HAVgtpSGY

Vertiefter wird dieses Thema hier ausgeführt:

https://yt.artemislena.eu/watch?v=jLDicxCQpDU

https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem

Bergkristall 💎 & Teufelsstein 👹

Wer hat Lust & Zeit, abzustimmen?

Der Bergkristall 💎 & Teufelsstein 👹 wird verliehen.

«Für das umweltfreundlichste Produkt haben wir Konsumierende täglich die Wahl. Trotzdem sind es vor allem die Anbieter und Anbieterinnen, die Produkte mit möglichst geringem CO2 -Fussabdruck anbieten sollten.», schreibt die Alpeninitiative in der Medienmittelung vom 20. Juli 2022Mit dem Teufelsstein für den unsinnigsten Transport und dem Bergkristall für das überzeugendste regionale und transportarme Produkt sensibilisiert die Alpen-Initiative seit vielen Jahren die Öffentlichkeit.

Teufelsstein und Bergkristall 2022

Ja zum Zürcher Energiegesetz

Liebe Eine-Erde-Freunde

Wenn ihr nicht in Zürich wohnt / abstimmt, dann dürft ihr diesen Post gerne überlesen. Wenn ihr an fundierten, unwiderlegbaren Argumenten für die Energiewende interessiert sein, dann lieber nicht 😉

Waldbrände in Südeuropa, Überschwemmungen und entwurzelte Bäume quer durch die Stadt Zürich. Die Wetter-Extreme in diesem Sommer haben uns gezeigt: Die Klimakrise ist da, und wir müssen jetzt handeln, um Schlimmeres zu verhindern. Und der nächste Schritt, um dies zu tun, naht:

Am 28. November stimmen Zürcherinnen und Zürcher über das kantonale Energiegesetz ab – eine wirksame Massnahme für mehr Klimaschutz.

40 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses im Kanton Zürich stammen aus seinen rund 120’000 Öl- und Gasheizungen. Schützen wir das Klima dort, wo es am meisten bringt, denn in keinem anderen Bereich wird im Kanton mehr CO2 freigesetzt. Das Zürcher Energiegesetz sieht vor, dass die Öl- und Gasheizungen am Ende ihrer Laufzeit durch klimafreundliche Wärmesysteme ersetzt werden. So wird der CO2-Ausstoss massiv reduziert. Nachhaltige Heizsysteme schonen aber nicht nur das Klima, sondern auch das Portemonnaie:

Mit modernen und klimafreundlichen Wärmesystemen heizen Zürcherinnen und Zürcher langfristig bis zu 30 Prozent günstiger als mit Öl und Gas.

Zudem profitiert das regionale Gewerbe, da durch den Einbau von nachhaltigen Heizsystemen Arbeitsplätze für die lokale Wirtschaft entstehen. Kein Wunder wird das Energiegesetz von einer breiten Koalition unterstützt.

Und kein Wunder, wird dieses ausgewogene und Anreiz-basierte Gesetz auch von Gruppierungen mit grossen Taschen (viel Geld) bekämpft. Die Erdöl-Lobby kann hier am meisten verlieren, entsprechend hat sie auch am meisten Geld in den Abstimmungskampf geworfen. Dass hier aber Reiche (und Scheiche) die Mieterinnen und Mieter im Kanton mit an den Haaren herbeigezogenen Behauptungen („ihr werdet alle eure Wohnungen verlieren oder massive Mietpreiserhöhungen erleiden“) dazu bringen wollen, weiterhin ihr schwarzes Gold zu beziehen, grenzt in unseren Augen an Betrug.

Siehe dazu auch den Tagi-Artikel über unser Mitglied Peter Ackermann.

Mit hoffnungsvollem Gruss
Roger

Material- und Kleidersammlung durch Source de Vie

Die bereits mehrere Male vorgestellte Schweizer Organisation Source de Vie, welche in Bénin/Westafrika eine Schule sowie Ausbildungs- und Produktionsstätten betreibt, startet eine Material- und Kleidersammlung. Im Dezember 2021 oder Januar 2022 soll ein Container mit dringend benötigten Gütern nach Westafrika transportier werden.

Wer kann Güter oder Materialien aus der untenstehenden Auflistung beisteuern?

Weiterlesen „Material- und Kleidersammlung durch Source de Vie“

Von Bächen und Pestiziden

Wenn wir als Kinder früher ein Bächlein stauten, mussten wir immer auch einen Abfluss einplanen. Der Versuch, das gesamte Wasser zu stauen – den Bach zum Stillstand zu bringen – scheiterte jedes Mal fulminant mit einer Überschwemmung und dem Zusammenbruch der gesamten Staumauer. Das Wasser liess sich nie komplett aufhalten.

Wenn ich dieses Bild aus früheren Zeiten auf die am 13. Juni zur Abstimmung gelangende Pestizid-Initiative umlege, tauchen viele Parallelen auf. Was ist seit diesen unbeschwerten Tagen unserer Kindheit geschehen? Viele unserer Gewässer sind chemisch überbelastet, unsere Landwirtinnen und Landwirte leiden an Krankheiten aufgrund ihrer Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln (wir haben die Artikel über ihre unfruchtbareren Kinder gelesen), die Artenvielfalt nimmt ab, ein grosses Insektensterben ist im Gang.

Der Druck steigt, etwas zu ändern. Eigentlich spüren wir es alle: etwas ist im Fluss. Was aber machen die Gegner der Initiative? Sie versuchen, den Lauf der Dinge aufzuhalten. Mit ihrem «Nein» rufen sie uns zu: «Alles ist gut, haltet die Staumauer geschlossen, wir machen weiter wie bisher.» Und der Pegel in unserem Stausee steigt weiter.

Was hat uns der bisherige Weg (ausser den bereits oben genannten Problemen) denn noch gebracht? Die Verschuldung unserer Bauern pro Hektar Land steigt und steigt, die Branche hat eine überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate, täglich verschwinden drei Landwirtschaftsbetriebe. ABER: wir Schweizer geben nur noch 6.4% unseres Einkommens für Lebensmittel aus – so wenig wie noch nie zuvor. Ein Fortschritt? Zu welchem Preis? Es entsteht der Eindruck, mit der Ablehnung der Initiative sollen nicht unsere Bauern, sondern unsere Geldbeutel geschont werden. Das ist es mir nicht wert.

Die Pestizid-Initiative ist jetzt die Gelegenheit, kontrolliert einen Wandel zuzulassen. Wir werden mit ihr nicht nur in unserem Land den Einsatz von synthetischen Pestiziden innerhalb der nächsten 8 Jahre beenden und damit die Gesundheit von uns allen schützen. Wir werden auch den Import von Pestizid-belasteten Lebensmitteln unterbinden und damit für gleich lange Spiesse im In- und Ausland sorgen. Lasst uns gemeinsam diese Chance nutzen!

13. Juni 2021: 4 Gründe, das CO2-Gesetz anzunehmen (nicht nur fürs Klima)

Avenergy Suisse, das tönt nach Zukunft und auch nach Energie – allenfalls will man hier zukunftsträchtige Energien fördern?

Mitnichten. Avenergy Suisse hiess früher „Erdöl-Vereinigung“ und verfolgt auch nach ihrer Umbenennung im 2019 dieselben Ziele. Sie hat lediglich eine strategische Namensänderung vorgenommen. Die Öllobby wollte sich vor dem Referendum gegen das CO₂-Gesetz ein neues, unverfängliches Tarnmäntelchen überziehen.

Weiterlesen „13. Juni 2021: 4 Gründe, das CO2-Gesetz anzunehmen (nicht nur fürs Klima)“

Klimawandel? Das Klima hat ja schon immer geschwankt.

Eines der für unsere Zeit treffendsten Gebete ist meines Erachtens dasjenige von Reinhold Niebuhr, ihr kennt es sicher schon alle:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

WENN wir also an eine Person geraten, die uns den Titel dieses Beitrages entgegenschleudert (oder angepasste Versionen wie: „die Sonnenaktivität hat einen viel grösseren Einfluss auf das Klima als wir Menschen“, „Vulkane verursachen bei einem Ausbruch massive Klimaabkühlungen“, „die Schweiz verursacht ja nur zwei Promille der weltweiten CO2-Emissionen“ etc.) UND

WENN wir zur Meinung gelangen, diese Person sei für rationelle Argumente zugänglich, dann seien dies die Pfeile in unserem Köcher:

Weiterlesen „Klimawandel? Das Klima hat ja schon immer geschwankt.“