Nachhaltiges Investieren wird salonfähig

Vergangene Woche durfte ich an einer Investorenveranstaltung der Bank J. Safra Sarasin teilnehmen. Dies zum Titel „Nachhaltiger Antrieb dank neuer Technologien“. Nach diesem Anlass war ich voller Freude und Zuversicht. Denn:

Institutionelle Anleger haben die Anlage in nachhaltige Wertschriften nicht nur entdeckt, sondern schon weit umgesetzt!

  • 80% aller institutionellen Anleger (v.a. Pensionskassen, Versicherungen, Banken) haben ein Anlagekriterium „Nachhaltigkeit“
  • Über 2/3 aller institutionellen Anleger sagen, dass ihre nachhaltigen Anlagen ihre Gewinne klar erhöht haben. Dies sogar bei tieferer Volatilität.
  • 44% dieser Anleger haben bis zu einem Viertel nachhaltiger Aktien, 39% bis zur Hälfte und 17% sogar über der Hälfte ihres Vermögens in Wertschriften nachhaltiger Unternehmen.

Was bedeutet das konkret?

Es bedeutet, dass Unternehmen, welche am Kapitalmarkt Geld aufnehmen wollen, dies eher und kostengünstiger erreichen, wenn sie Ihre Nachhaltigkeit unter Beweis stellen. Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang mit drei Kriterien gemessen (kurz ESG, Environment Social Governance):

  • Ökologische Kriterien (Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz)
  • Soziale Kriterien (Menschenrechte, Gleichberechtigung, Konsumentenschutz, Tierschutz)
  • Unternehmensführung (Chancengleichheit, Mitspracherechte, Löhne)

Dass diese Kriterien wichtig werden und über den Erfolg mächtiger Firmen entscheiden können, ist die grosse und schöne Neuigkeit. Wie kam es so schnell und so umfassend dazu?

  1. Zuerst war Ökologie und Nachhaltigkeit ein Nischenthema im Finanzmarkt. Seit aber die G20, die Gruppe der 20 wichtigsten Industrieländer sich die 17 weltweiten Ziele auf die Agenda gesetzt hat, wurde Nachhaltigkeit zum Mainstream:Global_Goals_Logos_Chart
  2. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass nachhaltige Unternehmen mehr Gewinn erwirtschaften (oder ihre Aktien mehr steigen), als andere.
  3. Ebenfalls weiss die jüngere Geschichte von vielen sehr teuren Unfällen und Skandalen zu berichten: Schweizerhalle (Sandoz), havarierte Öltanker, explodierende Ölplattformen, der Dieselskandal. Diese Vorfälle haben nicht nur grosses Leid über Mensch und Natur gebracht, sie haben auch Aktienkurse stürzen lassen und die Aktionäre richtig viel Geld gekostet. Auf solche Pferde setzt man danach eher nicht mehr.
    Neu ist nun aber, dass unsere Banken und Anlageberater klar empfehlen, aus Firmen auszusteigen, welche ihr Geld mit Erdölförderung, Kohleabbau oder der Erzeugung von schmutziger Energie machen. Dies ganz einfach, weil ihre Geschäftsmodelle nicht nachhaltig sind und sie demnach auch nicht unbegrenzt weiter Gewinne erwirtschaften können.
  4. Die Grenzen des Wachstums haben sich gewandelt zu grossen, fast unbegrenzten Chancen: z.B. die Solarenergie als erneuerbare Energie hat in China bereits heute eine enorme neue Industrie geschaffen. Mit der richtigen (nachhaltigen) Idee können Vermögen verdient werden. Das lockt Investoren an, das Geld fliesst zu den Unternehmen mit den neuen Ideen.

Fazit: Die Nachhaltigkeit hat die Finanzwelt und die ganz grossen Player darin erreicht. Vorstände fragen ihre Anlageabteilungen, ob die Investitionen denn nachhaltig seien und fordern dies ein. Wohin das Geld fliesst, wird unternehmerisch Wachstum stattfinden. Andere Branchen und Firmen werden je länger, je weniger Geld erhalten und eingehen.

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