Weniger Stau am Gotthard

Über Ostern erreicht der Stau wieder einmal eine Länge von 16 Kilometern und die Autofahrer brauchten mehr als 4 Stunden durchs Urnerland. Die zweite einspurige Gotthard-Röhre kann daran wenig ändern, wohl aber die NEAT, die letzten Dezember eröffnet wurde. Wie das?

Fast der gesamte Personen- und Güterverkehr verkehrt jetzt durch den Basis-Tunnel und nur noch zwei Regionalzüge pro Stunde nutzen den alten zweispurigen Gotthard-Tunnel. Es hat Platz für einen leistungsfähigen Autoverlad wie am Lötschberg, wo bis 14’000 Autos am Tag durch den alten Tunnel transportiert werden. Die Verladeanlagen in Göschenen und Airolo sind noch vorhanden und das Wagenmaterial kann wohl aus Deutschland bezogen werden, wo die Autoreisezüge auf Ende 2016 eingestellt wurden.

Was soll der Autoverlad kosten? Damit die Autofahrer aus dem Stau auf diese Variante umsteigen: Nichts! Zur Finanzierung schlage ich einen „Gotthard-Zweifränkler“ auf die Autobahnvignette vor – so tragen alle Autofahrer diese Stauabbau-Mass-nahme solidarisch. Die vielgeplagten und ebenso vieljammernden Urner und Tessiner werden nicht wie bei einer allfälligen Tunnelgebühr übermässig zur Kasse gebeten. Die Bündner freuen sich über die Entlastung der San Bernardino-Route. Das wäre für alle Beteiligten vertretbar und die „Gotthard-Pauschale“ von 2 Franken pro Jahr im Vergleich zu den Tunnelgebühren am Arlberg (9.50 Euro) und Grossen Sankt Bernhard (29 Franken) noch immer noch marginal.

Mit etwas gutem Willen und Volldampf bei den Verantwortlichen könnte das auf Ostern 2018 bereits klappen – nicht erst 2030!

Hans Wiesner, Bonstetten
glp-Kantonstrat

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