Wir sprechen seit über 20 Jahren vom Klimawandel und schon gleich lange wissen wir – zuerst ansatzweise, nun immer konkreter – was zu tun wäre.
Der kritischen Betrachterin der aktuellen Weltlage stellt sich die Frage: Wenn das ganze Wissen, das uns zur Verfügung steht, nicht zu einem Umdenken führt, was hilft dann noch weiter?
Die Initiativ-Plattform Campax hat vor Kurzem eine gross angelegte Umfrage zum Plastik-Problem durchgeführt. Es das wirklich nur ein Problem in den Drittwelt-Ländern? Sind die Schweizer- und Europäischen Seen davon wirklich unbetroffen?
Ganz im Gegenteil. Lest die Auswertungen hier – und freut euch, welche weiteren Schritte geplant sind.
Viele bürgerliche Parteien (in der Schweiz sind das v.a. die FDP und die BDP – von der SVP sei hier für einmal nicht die Rede) setzen bei der Erreichung gesellschaftlicher Ziele auf das Individuum und dessen Eigenverantwortung. Auch bei der Klimakatstrophe soll dieses tolle Instrument zum Zuge kommen.
Jede*r Einzelne soll sich dabei für oder gegen eine Handlung entscheiden, sie oder er muss den Entscheid mit seinem Gewissen vereinbaren können – und die Folgen dieses Entscheides selber tragen. Das tönt super. Das tönt nach einer Lösung, welche ohne Verbote auskommt, an den mündigen Bürger appelliert und das Mittdenken Aller mit sich bringt.
Und das funktioniert auch super: Überall dort nämlich, wo die Kosten von Entscheidungen durch das Individuum getragen wird, welches entschieden hat:
1. Sie nährt sich von unseren Ängsten und verbreitet sich wie ein Lauffeuer
Das menschliche Gedächtnis behält eher negative als positive Informationen, denn so lernen wir. Diejenigen, die Desinformation verbreiten, sind sich dessen bewusst und machen sich tiefsitzende Emotionen zunutze, was es wahrscheinlicher macht, dass wir Desinformation in unseren sozialen Medien teilen — und so verbreitet sie sich sechsmal schneller als tatsächliche Nachrichten!
Im Kernkraftwerk Mühleberg im Nordwesten des Kantons Bern werden die letzten Atome gespalten: Am 20. Dezember 2019 geht die störanfällige Anlage, welche seit 1972 das Land mit Strom versorgt, endgültig vom Netz. Eine Premiere für die Schweiz, die ganz neues Terrain verspricht. Denn mit der Abschaltung beginnt ein neues Kapitel das nicht ganz so glanzvoll sein dürfte: Die radioaktive Anlage muss rückgebaut werden – ein extrem langes und kompliziertes Projekt.
Der Energiekonzern BKW, der das Kraftwerk betreibt und die Kosten für den Abbau tragen wird, geht davon aus, dass die Arbeiten 15 Jahre dauern werden und 200’000 Tonnen Abfall mit sich bringen, 8 Prozent davon seien radioaktiv. Man rechnet mit Gesamtkosten von 927 Mio. Franken allein für die Stilllegung – zuzüglich 1,43 Mrd. Franken für die Entsorgung der Abfälle.
Abbrucharbeiten an einem Kühlturm in Deutschland
Gute Nachrichten für Firmen, die sich auf derartige Dienstleistungen spezialisiert haben. Schlechte Nachrichten für diejenigen, die nach dem Lichterlöschen bezahlen müssen. Lass uns nur hoffen, dass das dann nicht wir Bürger sind.
Beitrag der Standortförderung Knonauer Amt, Forum Energie-Umwelt, Charles Höhn
Schon 20% erneuerbare Energie aus der Region – Ziel ist
80%
Die im Säuliamt selbst produzierte erneuerbare Energie deckt aktuell 20,4 Prozent des Bedarfs an Wärme und Strom. Das ist mehr als das Doppelte des Schweizer Durchschnitts. Ziel ist, bis 2050 den Bedarf zu 80 Prozent aus regional produzierter erneuerbarer Energie zu decken. Dies ohne EKZ-Wasserstrom. Mit diesem käme die im Agglomerationsgürtel liegende Region schon heute auf einen Anteil von 51 Prozent erneuerbare Energie.